Was ist Ecstasy?

Die chemische Formel für Ecstasy lautet 3,4-Methylen-Dioxy-Methyl-Ainphetamin,abgekürzt MDMA. Wenn im folgenden Text von Ecstasy die Rede ist, so ist die Substanz MDMA gemeint! Ecstasy ist eine synthetische Droge, ein Amphetaminabkömmling (Derivat), und wird voll synthetisch im Chemielabor hergestellt. Ausgangsbasis ist das MDA (Methylen-Dioxy-Amphe-
tamin), das in der Szene auch als "Snowballs" bekannt ist. Die Herstellung ist jedoch auch
auf anderen Wegen über diverse chemische Grundstorfe möglich. Ein weiteier verwandter
Stoff des MDMA ist das MDE oder MDEA (Methylen-Dioxy-Ethylamphetamin), welches
auch unter dem Decknamen "Eve" vertrieben wird. MDMA dagegen wird in Konsumenten-
kreisen gern als "Adam" bezeichnet. Der Unterschied zwischen MDMA und HDE(A) fällt
hinsichtlich des Wirkungsprofils eher gering aus. Allerdings gibt es eine gewaltige Differenz
im Verhältnis zur Ausgangssubstanz MDA. Diese wirkt stärker halluzinogen, d.h. sinnestäu-
schend oder bewußtseinsverändernd.

 


Wie wirkt Ecstasy?

Das Amphetaminderivat Ecstasy besitzt außer den anregenden Effekten auf das Nerven- und
Herz-Kreislaufsystem auch eine leicht sinnestäuschende und bewusstseinsverändernde 
Wirkung. Die einzigartige Verbindung dieser beiden Effekte in einer Droge macht die besonde-
re Attraktivität von Ecstasy aus.

Reines Ecstasy (MDMA) führt kurz nach der Einnahme bei gelegentlichem Gebrauch zu einem kribbligen und prickelnden Gefühl im ganzen Körper, man fühlt sich wach und angeregt. Die bewusstseinsverändernde Wirkung ist verantwortlich für eine größere Offenheit und Ungeh-
hemmtheit, es stellt sich ein Gefühl von Wärme und Verliebtheit ein. Darüber hinaus wird das Erleben intensiver, man fühlt sich sorgenfrei und entspannt. Es besteht ein besonderes Bedürfnis nach Gesellschaft und eine hohe Mitteilungsbereitschaft in Gesprächen, wobei sehr schnell ein Gefühl von Vertrautheit und Intimität entwickelt wird. Unter Intimität ist hier nicht
in erster Linie eine Bereitschaft zur Sexualität zu verstehen, sondern mehr das Bedürfnis
nach zärtlichen Körperkontakten. Dieses Erleben geht einher, mit geistiger Klarheit. Der
Ecstasy-Rausch ermöglicht es deshalb, das eigene Innenleben zu beobachten und unmittelbar
zu reflektieren. Aufgrund dieser Möglichkeit, die Einsicht in das eigene psychische Gesche-
hen zu fördern, wird Ecstasy den sogenannten Entaktogenen ("das Innere berührende Dro-
gen") zugeordnet.

Auf der Ebene körperlicher Symptome kommt es aufgrund des Konsums von Ecstasy zu
einer Erhöhung der Körpertemperatur. des Blutdrucks und des Pulses sowie zu einer Erwei-
terung der Pupillen. Weiterhin können folgende Nebenwirkungen auftreten: Übelkeit (mit
und ohne Übergeben), Mundtrockenheit, Verkrampfung der Kiefermuskulatur (Bedürfnis,
stets Kaubewegungen auszuführen), Koordinierungsschwierigkeiten der Bewegungen.

Bei häufigem und regelmäßigem Ecstasy-Konsum nehmen die erwünschten (bewußt-
seins verändernden) Wirkungen ab, bis sie letztlich ganz ausbleiben, und die unerwünsch-
ten Nebenwirkungen nehmen zu. Es ist dann unnütz, die Dosis zu erhöhen! Ecstasy bewirkt
offensichtlich die Ausschüttung des körpereigenen Stoffes Serotonin im Gehirn. Serotonin ist
an der Steuerung von Stimmungen und Gefühlen beteiligt. Bereits durch den einmaligen
Konsum von Ecstasy kann der Serotonin Spiegel abnehmen. Allerdings normalisiert sich der
Serotoninhaushalt langsam wieder über einen Zeitraum von Tagen und Wochen. Ungeklärt
ist, ob der Dauergebrauch eine unwiderrufliche Störung der körpereigenen Serotoninpro -
duktion nach sich zieht. Ein niedriger Serotonin-Spiegel spielt bei der Entstehung von
Depressionen eine Rolle. Ist aufgrund häufigen Ecstasy-Gebrauchs das vorhandene Sero-
tonin-Reservoir aufgebraucht, muß der Körper erst wieder die Gelegenheit erhalten, Seroto-
nin zu produzieren, was nur möglich ist, wenn eine längere Konsum-Pause eingelegt wird.

 


Aufgrund der Schwarzmarktbedingungen bei der Produktion und Abgabe ist oft unklar, was in der als "Ecstasy" erstandenen Pille tatsächlich enthalten ist. Dadurch können die Erwartungen (z.B. an eine MDMA-Pille) in einem erheblichen Widerspruch zu den tatsächlich hervorgerufenen Wirkungen stehen, bedingt durch halluzinogene Effekte und eine sehr viel längere Wirkungsdauer (Verdopplung), wenn z.B. anstatt des angestrebten MDMA-Feelings eine vorwiegend aus MDA bestehende Tablette konsumiert wird.

 


Erkennbare Neben- oder Nachwirkungen des Ecstasykonsums können (müssen aber nicht) sein: Zustände extremer Erschöpfung. Müdigkeit, Motivationslosigkeit, Unkonzentriertheit, Appetitverlust, Depressionen. Angstzustände, Schlafstörungen und Schmerzen in der Nierengegend. Verstärkt können die Symptome durch einen entsprechenden Lebenswandel werden, z.B. durchwachte und -tanzte Nächte und gestreckte Tabletten.

 


Welche Risiken bestehen beim Gebrauch?

Das größte Risiko, das beim Konsum von Ecstasy eingegangen wird, besteht darin, daß
unter dem Namen "Ecstasy" alle möglichen Substanzen auf dem Schwarzmarkt gehandelt
werden.

Ecstasy fällt seit 1986 in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz und ist seither
verboten (MDE seit 1991). Durch die illegale Produktion ist eine Qualitätskontrolle der
angebotenen Tabletten so gut wie unmöglich. Die als "Ecstasy" gekauften Pillen können in
unterschiedlichen Dosisanteilen sowohl reines MDMA ("richtiges" Ecstasy), aber ebenso
auch nur MDA oder MDE enthalten. Teilweise werden sie mit Koffein oder Paracetamol ge-
streckt oder sie enthalten als sogenannte »Placebos« sogar überhaupt keine psychoaktiven
Wirkstoffanteile.
Die sicherste Methode, jegliches Risiko im Hinblick auf Ecstasy auszuschalten, besteht
im Verzicht auf den Gebrauch.

Über die Langzeitfolgen von regelmäßigem Ecstasy-Konsum ist bislang nur sehr wenig be-
kannt. Allzu häufiger und hochdosierter Konsum kann aber möglicherweise zu bleibenden
Hirnschäden führen. Ferner ist davon auszugehen, daß die Fahrtüchtigkeit im Straßenver-
kehr durch die Einnahme von Ecstasy eingeschränkt bzw. aufgehoben wird.

In Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und auch Deutschland ist es in der
Vergangenheit zu Todesfällen im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Ecstasy gekommen.
Bei Betrachtung der näheren Tod es umstände scheinen hierbei verschiedene Faktoren eine
Rolle gespielt zu haben: Überhitzung des Körpers und ein extremer Flüssigkeitsverlust einer-
seits, sowie die Einnahme einer überhöhten Dosis und die gleichzeitig kombinierte Verwendung
diverser Drogen andererseits.


Für folgenden Personenkreis sollte aufgrund gesundheitlich unwägbarer Risiken der Konsum von Ecstasy ohnehin eist gar nicht in Betracht kommen: Wer unter Asthma, Zuckerkrankheit, Epilepsie, Bluthochdruck und Störungen der Herz-Kreislauf-Regulation leidet, dem
wird in jedem Fall dringend von dem Gebrauch von HDMA abgeraten. Ebenso sollten Frauen in der Schwangerschaft in jedem Fall auf das Mittel verzichten sowie alle, die psychisch labil und anfällig sind.


Was tun, wenn Jugendliche Ecstasy konsumieren?


Als Mutter, Vater, Lehrerin, Lehrer. Erzieherin, Erzieher etc. von Jugendlichen sollten Sie
einige Dinge beachten: Viele Jugendliche klagen darüber, daß sie keine Menschen haben,
denen sie wirklich vertrauen. Die Schaffung einer vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre ist
Grundvoraussetzung für ein offenes und ehrliches Gespräch über das Thema Drogen.

Der Besuch von Technoparties muß nicht zwangsläufig mit dem Konsum von Drogen ein-
hergehen. Viele Jugendliche haben auch ohne Drogenkonsum Spaß und Freude auf sol-
chen Veranstaltungen. Vertrauen Sie den Jugendlichen und mißtrauen Sie ihnen nicht!
Drücken Sie durchaus ruhig Ihre Sorge aus, aber ohne eine Vorverurteilung vorzunehmen.
Fragen Sie die Jugendlichen nach ihren Party-Erlebnissen und -Freuden und erzählen Sie
ihnen von Ihren eigenen Jugenderlebnissen. Je mehr man voneinander weiß, desto eher
kann man sich verstehen und auch zu einer gemeinsamen Vertrauensgrundlage gelangen.

Wenn Sie die Gewißheit oder das Gefühl haben, daß die Jugendlichen Ecstasy auf solchen
Veranstaltungen konsumieren, sollten Sie Ruhe bewahren und nicht in Panik ausbrechen.
Viele Jugendliche probieren nur einmal oder nehmen nur ab und zu eine Droge wie Ecstasy. 
Nur ein geringer Teil der Jugendlichen greift häufiger und regelmäßig zu Drogen und bekommt Probleme. Der Probier- oder Gelegenheitskonsum von Ecstasy ist nicht gleichbedeutend mit der
Ausprägung einer Sucht oder Abhängigkeit.

Dennoch ist es nicht angebracht, den Ecstasykonsum zu verharmlosen. Die Risiken und
die Möglichkeiten ihrer Reduzierung sollten mit den Jugendlichen besprochen werden.
Hilfreich kann hierbei die Lektüre von Fachbüchern sein.

Wenn keine Vertrauensgrundlage gefunden werden kann und sich offensichtlich Probleme ergeben, sollte in jedem Fall die Hilfe von professioneller Seite gesucht und in Anspruch genommen werden.

Quelle: Dr. Manfred Rabes, Büro für Suchtprävention
der Hamburgischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren


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