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Der
Schlafmohn wird bis zu eineinhalb Meter hoch und trägt auf
kahlem Stängel eine weiße, violettgemusterte Blüte.
Daraus entsteht
im Sommer eine Kapsel
mit Strahlenkrone. Die Kapselwand
ist kurz vor der Keife
durchzogen von milchsafthaltigen Kanälchen.
Diese
werden
an der unreifen
Kapsel angeritzt
(nur über einen
Zeitraum von einigen Teigen ), Hauptanbauländer sind auf dem Balkan Bulgarien, Jugoslawien, im nahen und mittlerem Osten die Türkei, Persien, der Libanon und Afghanistan, im fernen Osten Indien, Pakistan, China, Vietnam und das "goldene Dreieck" zwischen Burma, Laos und Thailand; in Amerika vor allem Mexiko und Kolumbien. Rohopium
ist eine rötlich-braune
Substanz von bitterem Geschmack
und betäubenden Geruch. Verarbeitet
zu Rauchopium (mehrfach erhitzt, geknetet, an der Luft oxydiert und anschließend
4 Monate fermentiert)
wurde es
in China nachweislich
spätestens
im Reich der
Mitte
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Rohopium Im
Rohopium sind 25 verschiedene Alkaloide enthalten, das Mischungsverhältnis
schwankt mit der Herkunft. Im medizinischen Bereich wurde und wird das Opium immer seltener verwandt bei Schmerzzuständen, die mit Spasmen der glatten Muskulatur einhergehen, da es neben der analgetischen Wirkung durch die Beimengung des Alkaloids Papaverin eine paralytische Atonie z.B. des Darmes hervorruft, im Gegensatz zum Morphin, welches eine spastische Atonie bewirkt. Für diese Indikation, z.B. unheilbarem Durchfall bei bestimmten Krebsleiden benutzt man noch heute die Tinctura opii. Morphin Das
Morphium wurde erstmals 1806 vom Chemiker Sertürner isoliert. Da es die
intakte Haut nicht durchdringen kann, jedoch durch Schleimhäute und
verletzte Haut aufgenommen wird, benutzten Abhängige vor der Erfindung der
Injektionsspritze
(1864) blasenziehende Pflaster und applizierten dort das Morphin. Morphin und seine Abkömmlinge werden bei sonst nicht beherrschbaren Schmerzzuständen verwendet, wobei das Abhängigkeitspotential sich nur wenig unterscheidet. In den letzten Jahren wird immer mehr von einer reinen Morphinbehandlung bei Schmerzen abgesehen, weil sich eher bestimmte Kombinationen mit Medikamenten völlig ariderer Herkunft anbieten. (Zu den morphinähnlichen Medikamenten gehören Präparate wie Dicodid, Acedicon, Eukodal, Dilaudid, Dromoran, Dolantin und andere, alle sind als Substitute für Abhängige interessant.)
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Heroin Das am häufigsten missbräuchlich verwendete Opiat ist das Heroin. Diese Tatsache verdankt das Heroin seiner besonderen chemischen Natur. Heroin ist das Diacetyl-Morphin, es wird im Körper rasch zu Monoacetylmorphin umgewandelt, dieses dann in einem zweiten Schritt zu Morphin. Das Monoacetylmorphin überwindet die Blut-Hirnschranke am besten, deshalb wirkt das Heroin schneller und ergibt einen krasseren "Flush-Effekt". Methadon Das Methadon wird auch bei oraler Gabe rasch aufgenommen, wird jedoch stark an Bluteiweiße gebunden, so dass es nicht so rasch anflutet (also keinen kick verursacht) aber auch langsamer abgebaut wird, die HWZ beträgt 15-25 Std.
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Aufnahme, Wirkung, Abbau und Ausscheidung Bei oraler Aufnahme ("Opiumesser") werden die Opiate unterschiedlich gut resorbiert, jedoch in der Leber zum großen Teil (first pass effect) sofort in unwirksame Metaboliten umgewandelt. Man braucht, um die gleiche Wirkung zu erzielen also bei parenteraler Anwendung deutlich geringere Dosen. So
kann man die Opiate über die Nasenschleimhaut schnupfen, man kann sie über
die Austauschfläche der Lunge rauchen, sie über die Endarmschleimhaut,
da ihre Blutentsorgung
nicht über die Pfortader geht, als Zäpfchen aufnehmen, oder sie, wie
unter den Abhängigen am weitesten verbreitet (weil sparsam und mit größten
"kick" ) Intravenös infizieren. Der
Abbau des Morphins verläuft durch Bindung an Glukuronsäure in der Leber,
das entstandene, jetzt wasserlösliche Produkt wird rasch über die Nieren
ausgeschieden. Die Bindung an Glukuronsäure ist ein vielbeschrittener
Weg, um wasserunlösliche in lösliche Formen zu übertragen, er wird
sowohl im normalen Stoffwechsel genützt, z.B. zur Entsorgung von Steroidhormonen
und Katecholaminen, aber auch für nicht stoffwechselvertraute
Verbindungen wie Arzneimittel oder Darmfäulnisprodukte. Wirkungen und Entzugserscheinungen Beides gehört zusammen. Es wird verständlich, wenn man die "Regelkreis-Theorie", nach der auch andere Funktionen im Körper ablaufen, als Grundlage für den Drogengebrauch heranzieht. Unter dem Begriff der körperlichen Abhängigkeit versteht man die "laufende Zufuhr eines Suchtmittels, dessen der Organismus zur Aufrechterhaltung einer weitgehend normalen Funktion bedarf. Um also das Gleichgewicht der Körperfunktionen - die Homöostase - nach Drogenzufuhr aufrecht zu erhalten, aktiviert der Körper Mechanismen, die den Drogeneffekten entgegenarbeiten. Solange sich beide Mechanismen die Waage halten, funktioniert der Körper annähernd normal. Unterbrechung der Stoffzufuhr äußert sich dann, gewissermaßen spiegelbildlich, überschießend mit dem Auftreten von Entzugserscheinungen. Die
Wirkungen sind in gewissem Maße situationsbedingt, beim nicht Abhängigen
wirkt Morphim subjektiv anders als beim Abhängigen- so empfinden bei
einer ersten Gabe Patienten mit geringen oder gar keinen Schmerzen häufig
Dysphorie, Schläfrigkeit, Schwächegefühl, Nervosität, Übelkeit,
Erbrechen und Angst, während bei Patienten mit starken Schmerzen meist
Euphorie, Schmerzlinderung und Sedierung eintreten und sich die unangenehmeren
Begleiterscheinungen eher zurückhalten. Wirkungen auf Zentralnervensystem Analgesie Euphorie Sedierung Atemdepression Weitere zentralnervös
bedingte Wirkungen Verdauungstrakt Harntrakt Herz- und
Kreislaufsystem Hormonelles System Allgemeines:
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Akute Opiatvergiftung Nach
anfänglichem Wärmegefühl und Rötung des Gesichts geht die
Opiatvergiftung mit Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel, sowie den
bekannten Steckis über in die Atemdepression mit sämtlichen Stadien der
Bewußtseinstrübung. Hier werden von verminderter Ansprechbarkeit bis zum
tiefen Koma die einzelnen Stadien oft sehr rasch, manchmal aber auch über
Stunden durchlaufen (hier spielt der Beikonsum von Tranquilizern oder
Barbituraten eine große Rolle ). Entzugserscheinungen Die
ersten Symptome treten innerhalb von 6 bis 8 Std. auf, der Höhepunkt wird
in 36-72 Std. überschritten und sollte nach 5 Tagen deutlich nachgelassen
haben, vielleicht mit Ausnahme der Schlaflosigkeit, die häufig länger
andauert. Folgende Symptome kennzeichnen die akute Phase des Entzugs:
Psychische Symptome sind
Methadon -Entzug setzt in der Regel etwas langsamer ein und klingt auch langsamer ab. Eine ausschleichende Dosierung kann die Härte des Geschehens etwas mildern, hat aber den als ebenso unangenehm empfundenen Nachteil, das die Symptome über Wochen anhalten und das endgültige Absetzen mit einer psychischen Krise verbunden ist. Ausschleichen ohne alle Entzugssymptome gibt es nicht. Schwierige Entzugsituationen sind vor allem da zu erwarten, wo nennenswerter Beikonsum von Benzodiazepinen, Barbituraten oder Alkohol besteht. Hier muss mitunter (trotz Akupunktur) medikamentös ausschleichend behandelt werden, um Komplikationen wie Krampfanfälle, Delirien und andere psychotische Ereignisse zu verhindern. Ein in der Psychiatrie häufig eingesetztes Medikament ist das Clonidin, weiches normalerweise zur Blutdrucksenkung eingesetzt wird. Es vermindert aber zusätzlich die überschießende Reaktion des katecholaminergen Systems und lindert so einige der belastenden Entzugerscheinungen. Des weiteren werden häufig und mit gutem Erfolg Neuroleptika, wie das Aponal eingesetzt. Der Wirkungsmechanismus ist wohl eine Dopaminblockade, was vermutlich zu einer verstärkten Endorphinbildung führt. Schwierigkeiten bei der Entgiftung Zu den genannten Problemen treten die Schwierigkeiten hinzu, die direkt mit dem Klientel zusammenhängen. Häufig sind verlässliche Dosisangaben nicht zu erhalten, über den Beikonsum wird nicht ehrlich berichtet, so das man in der Entzugsituation auch immer wieder vor Überraschungen gestellt wird. Benzodiazepine z.B. können aufgrund ihrer langen HWZ Schwierigkeiten erst nach 14 Tagen verursachen usw. Das bedeutet aber auch, dass im Einzelfall entschieden werden muss, ob eine Entgiftung unter stationären Bedingen oder durch den Hausarzt betreut durchgeführt werden muss.
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Opiatabkömmlinge Codein Handelsnamen: DIIC, Remedacen (Remis} Das Codeinist in allen Qualitäten dem M ähnlich, dabei m med. gebotenen Mengen aber deutlich schwacher. So wird es ausnahmslos als Hustenmedikament eingesetzt, selten ist ein Reizhusten so belastend, dass die Gabe indiziert ist. In entsprechend hohen Dosen genommen, fungiert das Codein als Substitut für Morphin, wobei in hohen Dosen das Codein eher eine erregende Wirkung hat, Ausnahmen ist auch hier die Atemdepression. in dieser Hinsicht entsprechen ca.120 mg Codein 10 mg Morphin. Eine
Nebenwirkung, die bei M nur absolut selten ist, tritt beim Codein recht häufig
auf, über eine Histaminfreisetzung wie bei einer Allergie kann Codein zu
ausgeprägtem Juckreiz, Urtikaria,
Blutdruckabfall und sogar zu Bronchokonstriktion bei Disponierten führen.
Hier hilft schnell und sicher Cortison. Valoron Das Valoren wurde seinerzeit entwickelt, um Schmerzen zu lindern ohne das Abhängigkeitspotential von Morphin. In genügend hoher Dosis hatten jedoch selbst oral zugeführte Valorontropfen einen angenehmen Effekt und konnten Entzugserscheinungen dämpfen. Valoron war jahrelang das Ausweichmittel für Heroin. Seit 1980 wird dem Valoron Naioxon beigemischt, welches ein Morphin-Antagonist ist. Valoron N soll bei Gebrauch durch Fixer ein akutes Entzugsyndrom auslösen.
Naloxon
Quelle: Dr. Karin Wied, Internes Script |